Amber Smith
Nun, man denkt, man kennt die Welt. Da glaubt man, jeden Akkord und
jede Melodie schon tausendmal gehört zu haben. Und dann, ja dann kommen
Amber Smith, sagen "Hello Sun" und kaum mehr als zwei Minuten später
hat man sein Herz verschenkt: an den Moment, an eine Band, an Amber
Smith!
Worum es geht? Um glorreiche Tage und stürmische Zeiten, großartige
Verbindungen und unfassbare Missverständnisse. Alles - aber alles mit
Leidenschaft, vorgetragen von Mastermind Imre Poniklo, einem klassischen
Charismatiker und Heißsporn, bei dem aber manchmal auch die Melancholie
triumphiert, der Zukunftsvisionen besingt und gerne Ray Bradbury zitiert.
Er und seine drei Bandkumpanen kommen aus Ungarn und gehören dort zu
den Fackelträgern einer ganzen Pop Bewegung. Verständlich, dass ihr
fesselnder, waviger Gitarrenpop dort seit Ihrem 2003er Debüt "My little
Servant" zur Premier League gehört und es ist nun endlich an der Zeit
die Ohren der Popwelt zu spitzen und die Wege auch hierzulande zu öffnen,
denn diese Lieder gehören in die große weite Musikwelt.
Und dass ihr zweites Album "Reprint" dann auch so melodietrunken, berauschend
und sehnsüchtig klingt, dass die Nostalgie so schillert ist wohl Robin
Guthrie zuzuschreiben, seines Zeichen musikalischer Vordenker und Gründer
der legendären Cocteau Twins, denn er saß am Mischpult und bereicherte
Reprint auch mit der einen oder anderen Gitarre, aber vermeiden wir
mal die Superlative und schreiben einfach, dass Amber Smith eine der
bemerkenswertesten Phänomene der Popmusik der letzten Jahre ist. Erfrischend,
mal wieder eine Band zu hören, die mit Hingabe kaleidoskopartig klassisch
entworfene Wave-Gitarren einsetzen, dabei den britischen New-Wave-Spirit
zelebrieren und trotzdem einen neuen Sound präsentieren. Wir sind mitten
in einer Zeitreise, Geniestreiche mit immer längeren Intervallen.