Mediavolo
Mit einer erstaunlichen Tiefenschärfe rollen die Franzosen Mediavolo
die Sequenzer und die Gitarren bis in den letzten Winkel ihres Sounds
aus und bescheren uns damit eine traumhafte Reise durch die Dimension
des Romantic-Wave. Frankreich, das Land wo einem die Liebe manchmal
wie eine Komödie vorkommt, hat eben nicht nur Zidane, Jeanne d'Arc oder
AIR zu bieten, sondern auch eine innovative Underground Szene, die es
wahrlich in sich hat.
Géraldine Le Cocq und Jacques Henry, das sind Mediavolo und Ihr Album
"A Secret Sound" ist bereits ihr drittes Werk. Mit lasziv-kühler,
aber angenehm variabler Stimme führt Géraldine durch einen Reigen
rauschhaft dahinrasender Tracks, die im Charakter den Cocteau Twins
oder Love Spirals Downwards nicht unähnlich sind. Ihr Album klingt wie
eine feste Behausung, auf die unaufhörlich Regen fällt. Etwas mit dunklen
Teppichen und Traumzimmern. Einer sitzt am Flügel, jemand spielt Gitarre,
eine feenhafte Erscheinung singt dazu Lieder aus der Parallelwelt: so
stimmungsvoll kann Wave-Pop sein. Absolute Highlights des Albums sind
das erdverbundene "Death and the City", das wavige "Misunderstanding",
sowie das transzendent schwebende "Mass Anaesthesia".
"A Secret Sound" beeindruckt auch durch das fantastische Artwork, welches
der französische Kultmaler Obion höchstpersönlich gestaltete und es
verstärkt den Eindruck, dass Mediavolo eine verzaubernde Botschaft senden,
ohne deren Entschlüsselung wir ruhelos vor uns hin rätseln. In bester
4AD Tradition!